Weltherrschaft, um nichts geringeres geht es hier. Es ist die alte Regel aus der Bibel “Aug um Aug, Zahn um Zahn” in einem neuen Sinn interpretiert. Proaktiv quasi, um in Managerdeutsch zu sprechen. Also mit einer Geistes- und Aktionshaltung die Sie selbst als zuerst agierenden in den Mittelpunkt stellt. Habe ich Sie nun genug auf die Folter gespannt und sind Sie schon richtig neugierig auf das, was ich Ihnen vorschlagen will. Das ist gut so. Lassen Sie mich Ihnen meinen Vorschlag in aller zu Gebote stehenden Detailverliebtheit und in einer möglichst zeitgemässen Formulierung nahebringen.
Zuerst einmal braucht die Technik zur Erlangung der Weltherrschaft einen Namen. Einen GUTEN Namen. Ein Akronym kommt immer gut an. Englisch muss es sein, zumindest hier bei uns in Deutschland, wo der Prophet im eigenen Land nix gilt. Also da sagen wir doch jetzt einfach RACK. Random Acts of Civilisatory Kindness.
UND WAS BITTE SOLL DAS SEIN?
Darf ich gegenüber Ihrer Unhehaltenheit stur sein und etwas weiter ausholen? In meinem Workshop CHANGE im September startete ich ein interessantes kleines Experiment. Am ersten Tag erklärte ich zur Spielregel, jeder Teilnehmer MÜSSE jedem anderen Teilnehmer mindestens einmal pro Tag ein Kompliment machen. Ein ECHTES Kompliment. Das schien mir einfach, ich wollte herausfinden, ob und wenn ja wie sich die Stimmung verändern würde. Am Ende des ersten Tages erlaubte ich mir dann die Frage, wer sich an die Spielregel gehalten und tatsächlich jedem ein Kompliment gemacht hatte. Es waren zwei Teilnehmer - von über dreissig. Am Ende des zweiten Tages dann waren es schon stolze fünf und am Ende des dritten Tages über zehn. Dann kippte das Experiment.
Am Morgen des vierten Tages war die Stimmung aufgekratzt und ausgelassen. Ich wurde mit einem ganzen Haufen an Komplimenten empfangen und war eingehüllt in lachende und gut gelaunte Teilnehmer. Das war auch der Wendepunkt in diesem Workshop. Für die restliche Dauer des Workshops waren die Teilnehmer süchtig danach, herauszufinden, wer denn am deutlichsten auf die subtilsten Komplimente reagieren würde.
Für mich war dies ein Experiment, das ich im Rahmen des Projektes LOBLOB gestartet hatte. Ich wollte wissen, wie jemand auf Lob und auf Komplimente reagiert. Dabei hatte ich ganz vergessen, wie ungewohnt es für uns ist, Komplimente und Lob zu verteilen…
Ich beschäftige mich nun schon seit über einem Jahr mit der Planung und mit Experimenten zum Projekt LobLob. Eigentlich war das Projekt gedacht, jedem, der es will, jeden Tag ein Lob zukommen zu lassen. Ein verlockender Gekanke in einer Welt, in der fast nicht gelobt wird. Das allerdings wird schnell langweilig, wenn man sein Gegenüber nicht kennt. Deshalb bin ich auf die Idee verfallen, jedem, der es will, das Loben beizubringen. Das obige Experiment fand genau in diesem Rahmen statt.
In meinen eigenen Experimenten habe ich herausgefunden, daß sich meine gesamte Weltsicht verändert hat, seit ich Komplimente verteile, seit ich Lobe, eben, seit ich ein RACKer geworden bin. JETZT sind wir bei den Random Acts of Civilisatory Kindness angekommen.
Können Sie es sich - nur so als vorübergehendes Experiment für ein paar Tage - vorstellen, einfach so und ohne Grund Komplimente zu verteilen. An die Kassiererin im Supermarkt, an den Schaffner in der Strassenbahn, an die Polizistin die Strafzettel verteilt. Sie können sich nicht vorstellen, was Sie dabei alles erleben werden.
Und Sie könnten ja noch einen Schritt weitergehen und sich selbst zu loben beginnen und Komplimente bei jeder Gelegenheit an Sie selbst verteilen. Autark von Allen anderen sein, aber das wäre wahrscheinlich zu viel verlangt? Meine Weltsicht hat sich also verändert, seit ich ein RACKer geworden bin. Erstens lerne ich eine ganze Menge. Zweitens bin ich der Hauptdarsteller in einem Film mit konstantem Happy End. Drittens fängt meine Umgebung, mein ganzes Leben an, sich zu ändern - zum positiven. Sollte es wirklich SO einfach sein? Na, da hilft doch nur eins: probieren Sie es selbst aus!
Und in diesem Punkt bitte ich Sie um Ihre Mithilfe. Wenn Sie sich entschlossen haben, mit Komplimenten zu experimentieren, können Sie sich auch entschliessen, darüber zu reden. Oder vielmehr, mir in einigen Tagen eine kleine oder grössere Nachricht zu hinterlassen, wie es Ihnen in Ihren ersten Tagen als RACKer ergangen ist. So quasi als Anleitung. Ich stelle mir den unsichtbaren Titel “Anleitung zum RACKer” vor oder “was alles passiert, wenn man anfängt zu loben” oder oder. Wichtig ist mir, daß Sie mir schreiben WAS passiert. Und machen Sie sich auf eine Menge an lustigen Erfahrungen gefasst. Wenn Sie denn wüssten, was MIR schon alles passiert ist. Meine Assistenten und mein Sohn können davon ein Lied singen.
Alle die Erlebnisse, von denen Sie mir schreiben werden, helfen mir, mein LobLob Projekt weiter voranzutreiben. Und sie werden die Stimmung bei Ihnen und in Ihrer Umgebung verändern. UND dann ist es nicht mehr weit zur Weltherrschaft der RACKer. RACKern fällt alles leichter, Sie bekommen mehr, was Sie wollen und haben eine SEHR ansteckende “Krankheit”. Und in diesem Falle können Sie auch gerne missionarisch tätig werden und Ihren Freunden oder Bekannten empfehlen, ebenfalls ein RACKer zu werden. Viel Spass für die nächsten Tage…
Entscheiden Sie sich. Ist das ein “gelesen und vergessen” Artikel für Sie, oder kennen Sie das Geheimrezept erfolgreicher Menschen: ACT ON IT! Aber davon ein andermal mehr.
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