Jetzt ist es also geschafft: Die Teilnehmer des ersten FLEXIBILITY Workshops haben sich am Montag voneinander verabschiedet. Man bleibt in freundschaftlichem Kontakt, hat man ja eine wichtige Zeit miteinander durchgestanden, ist sich dabei näher gekommen, hat sich gemeinsam gefreut, gestritten, gelitten, und zum Ende hin auch gemeinsam gefeiert. Grund genug für mich, eine kurze Rückschau über das letzte halbe Jahr in dürre Worte zu fassen.
Die Fakten: Der Workshop dauerte 10 Tage. Davon waren fünf Tage als Initialzündung im Mai, jeweils ein Tag zur erweiterten Positionsbestimmung im September und Oktober sowie zum guten Schluss nochmals drei Tage angesetzt. Die Teilnehmer setzten sich aus allen sozialen Schichten und allen Altersgruppen zusammen. Der jüngste Teilnehmer war 20 Jahre alt, der älteste 58. Von den zwölf Teilnehmern waren zwei Frauen und zehn Männer. Vier Teilnehmer bezogen zum Beginn des Workshops Harz IV, zwei Teilnehmer leiteten zum Beginn des Workshops ihr eigenes Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 180.000 Euro respektive 4,2 Mio.Euro Umsatz. Im Verlauf des Workshops entschloss sich ein Teilnehmer, sich zuerst auf seine körperlichen Herausforderungen einzulassen und verlegte seine weitere Teilnahme auf einen späteren Zeitpunkt. Alle anderen Teilnehmer beendeten den Workshop (mit Erfolg?).
Über meinen Ansatz möchte ich aus Rücksicht auf die Teilnehmer und im Hinblick auf die Tatsache, dass dieser Workshop im nächsten Jahr ebenfalls stattfinden wird, nicht so ausführlich sprechen. Im Workshop CHANGE jedenfalls ist mir in den letzten Jahren aufgefallen, wie unverbindlich meine Angebote nach Veränderung eigentlich sind. Nach fünf Tagen Workshop kann jeder so gut und so intensiv es seine Einsicht und Motivation erlauben an die Umsetzung gehen. Das operative Wort ist hier KANN. Trotz der vielen positiven Reaktionen entschloss ich mich deshalb, ein Workshopformat anzubieten, dass eine wesentlich höhere Verbindlichkeit in der Umsetzungsphase aufbaut.
So nutzt FLEXIBILITY grundsätzlich das Format von CHANGE. Nur, und das ist für alle Teilnehmer sehr ungewohnt, führt die kleine Gruppe dazu, dass die Formate sehr personalisiert umgesetzt werden. Buchstäblich steht in der Gruppe jeder Teilnehmer Rede und Antwort, wird proviziert, zieht sich zurück, greift an, teilweise gibt es sehr heftige Diskussionen, wenn persönliche Grundwerte besprochen und herausgefordert werden. Jedenfalls hatte jeder der Teilnehmer eine Menge an Anregungen zum Nachdenken und mancher der Teilnehmer hatte unruhige Nächte.
Nach dieser ersten und von vielen Teilnehmern als sehr hart empfundenen Woche ging es an die praktische Umsetzung der Erkenntnisse. Ich kenne die üblichen Reaktionen aus vielen Jahren Veränderungsarbeit. Aus den Augen, aus dem Sinn, um es umgangssprachlich auszudrücken. Deshalb war es mir wichtig, eine möglichst hohe Umsetzungsverbindlichkeit aufzubauen. Schließlich hatte ich ja vollmundig in der Ankündigung dramatische Veränderungen des Lebens versprochen.
Die hohe Verbindlichkeit erreichte ich auf zwei Wegen. Jeder der Teilnehmer hatte seine aus diesem Workshop resultierenden Ziele möglichst genau definiert und schriftlich gefasst. Das kennt man ja. NLP Zielvereinbarungen gepaart mit Zeitstrahlprojektionen und Kleinschrittumsetzung – eine gesunde Mischung aus Projektplanung und Zeitmanagement. Die Zeit zwischen den beiden FLEXIBILITY Teilen belief sich genau auf 12 Wochen, entspricht der Zahl der Teilnehmer. Trick 1: Jeder Teilnehmer verpflichtet sich, jede Woche einen anderen Teilnehmer anzurufen und nach seinen Fortschritten zu befragen. Wohlgemerkt, jene projektierten Fortschritte, die schriftlich auf einer Karteikarte gefasst sind. Und keine Personenpaarungen. Jede Woche ein ANDERER Teilnehmer, der sich nach den Fortschritten erkundigt. Trick 2: Ein für jeden Teilnehmer einsehbaren Tagebuch in Blogform. Nein, tut mir leid, nicht für Sie, lieber Leser, NUR für die Teilnehmer am Workshop nach Login sichtbar. Darin berichtet jeder Teilnehmer wöchentlich, für alle einsehbar über seine Fortschritte.
Gestatten Sie mir, an dieser Stelle pietätvoll zusammenzufassen, was geschah. Ich erspare Ihnen, lieber Leser die vielfach peinlichen Details persönlicher Veränderungsarbeit. In den meisten Fällen hatte ich den Eindruck, dass mir viele der Teilnehmer 5.000 Euro zu geben bereit waren (und das ist eine Menge Geld…), um damit zu beweisen, dass selbst ein Chris Mulzer nicht in der Lage ist, ihn aus seiner Misere zu befreien.
Es würde ein dickes Buch füllen, all die Vermeidungsstrategien zu beschreiben, die meine Teilnehmer zu großen Teilen in der Inaktivität hielten – und die Ausreden ebenfalls. Wie oft ich in dieser kritischen Phase als Trottel, inkompetentes Arschloch, Monster, Hitlerersatz, Manipulator und was weiß ich nicht noch alles beschimpft wurde, können Sie sich nicht vorstellen. Krankheit, Depression, die ganze Palette bewusster und unbewusster Schutzmassnahmen kam vor. Zeitweise fragte ich mich selbst, warum ich mir so eine Tortur antue – und fand keine Antwort darauf. ABER ich war hartnäckiger als alle der Teilnehmer. Im Verlaufe der Zeit durchliefen die Teilnehmer diese Phase in mehr oder weniger abgeschwächter Form und sahen dann ein, dass solche Strategien nicht dazu beitragen, eine nachhaltige Veränderung einzuleiten.
DANN begann die eigentliche und konstruktive Arbeit. Im Ganzen wurden vier Selbständigkeiten neu geschaffen, drei neue Unternehmen gegründet, ein Unternehmen fusioniert, eine Teilnehmerin erwartet ein Baby und was nicht noch alles. Jeder der Teilnehmer hat einen Riesenschritt in eine neue, selbst bestimmte Zukunft getan. Das entspricht nach meinem Kenntnisstand auch der Sichtweise der Teilnehmer. KEINER der Harz IV Empfänger bezieht diese Leistung noch. Kurzum, die positiven Endergebnisse haben selbst mich überrascht. Und das ist erst der dürftige Anfang. Wehe, wenn sie losgelassen…
Dieser Blog existiert unter anderem, damit Sie, lieber Leser einen ungeschminkten Bericht über das bekommen können, was in diesem Workshop passierte. Bis hierher kennen Sie nur meine Meinung. Es fehlt noch die Meinung der Teilnehmer. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn jeder der Teilnehmer aus seiner Sicht über den Verlauf dieses Ultraintensivlebensveränderungsmonstrums genannt Workshop an dieser Stelle von sich geben würde. Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für die Arbeit dafür.
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